Webinar: Whatsapp und Chat in der Service-Kommunikation – rechtliche Stolperfallen mit Martin Schirmbacher

WhatsApp erfreut sich im Privatgebrauch ungebremster Beliebtheit. Ob Family-Chat, Fußballverein oder Krabbelgruppe, wer WhatsApp nicht nutzt, hat Schwierigkeiten wirklich dabei zu sein. Nahezu jeder nutzt Messenger-Dienste, nahezu jeder nutzt WhatsApp. Nichts liegt daher näher, als diesen Kanal auch für die Unternehmenskommunikation einzusetzen.

Die kritischen Fragen werden aber immer wieder gestellt: „WhatsApp gehört doch Facebook!“, „Die Datenübertragung in die USA geht gar nicht!“, „Habt Ihr auch eine Einwilligung von allen Nutzern?“, „Was sagt denn Euer Betriebsrat dazu?“. Oft gestellt wird auch die Frage nach dem Umgang mit WhatsApp Business.

Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Webinar mit Dr. Martin Schirmbacher und versucht, über legale Nutzungsmöglichkeiten von WhatsApp in der Unternehmenskommunikation aufzuklären. Dabei steht nicht die - von WhatsApp inzwischen untersagte - Werbung per Direktnachricht im Vordergrund, sondern die 1:1-Service-Kommunikation und der unternehmensinterne Einsatz von WhatsApp. Zu den besprochenen Themen gehören: - Übermittlung von Daten in die USA - Weitergabe von Kundendaten - Newsletter-Versand - Abgrenzung Service ./. Werbung - Vorgaben der WhatsApp Business API

Im Webinar wird gezeigt, warum der Einsatz von WhatsApp für die Servicekommunikation kein NoGo sein muss.

Datenschutzbehörde: WhatsApp kann zulässig eingesetzt werden

Dies sieht inzwischen auch die Datenschutzaufsichtsbehörde des Saarlands so. In einer aktuellen Mitteilung bekundet die Datenschutzbehörde, dass sie keinen Grund sehe, warum selbst Behörden WhatsApp nicht in der Kommunikation mit dem Bürger einsetzen können sollten. Zwar sei insbesondere die Verarbeitung von Metadaten durch WhatsApp fragwürdig doch sei die jeweilige Kommune dafür nicht (mit)verantwortlich. Anders als etwa bei Betrieb einer Facebook-Fanpage profitiere die nutzende Kommune nicht von der Verarbeitung dieser Daten und bekomme auch keinerlei Auswertungen darüber. Daher sei die Kommune nach der EuGH-Rechtsprechung nicht für die Datenverarbeitung verantwortlich.

Auch in technischer Hinsicht könne WhatsApp für die Servicekommunikation beanstandungsfrei eingesetzt werden:

  • WhatsApp laufe hierbei nicht auf einem klassischen Mobilfunkgerät, sondern die WhatsApp-Anwendung wird in einer virtualisierten IT-Umgebung isoliert betrieben. Ein Zugriff auf ein Adressbuch sei so ausgeschlossen. WhatsApp würden durch die Kommune auch keine Telefonnummern oder Kontaktdaten der Bürger zur Verfügung gestellt (diese tun dies vielmehr aufgrund einer eigenen Entscheidung selbst). Anders wäre dies, wenn die Kommune den Bürger über WhatsApp kontaktiere, ohne dass dem eine vorherige Anfrage des Bürgers vorausgeht.
  • Es würden auch keinerlei personenbezogene Informationen, die in den Nachrichtentexten und -inhalten enthalten sein können, gegenüber WhatsApp offenbart. Vielmehr komme eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zum Einsatz. WhatsApp erhalte keine Kenntnis von den Inhalten der Kommunikation zwischen Bürger und Kommune.

Wenn schon Kommunen in der Staat ./. Bürger-Kommunikation auf WhatsApp setzen dürfen, gilt dies auch für die Kommunikation von Unternehmen mit ihren Kunden. Einige Fallstricke sind zu beachten, mit der WhatsApp Business API ist eine legale Einsatzmöglichkeit aber vorhanden.

Hier können Sie das Webinar von Dr. Martin Schirmbacher vom 13.9.2019, das sich mit den rechtlichen Stolperfallen bei dem Einsatz von Whatsapp in der Service-Kommunikation beschäftigte, noch einmal nachhören. Mit dabei war seinerzeit Gerrit Rode der Geschäftführer der 360Dialog GmbH einer der wenigen verifizierten WhatsApp Solutions Provider. Gerrit Rode stellte dabei die Funktionsweise der WhatsApp Business API vor. 

 


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20. Januar 2020